Dienstag, 2. Oktober 2018

Herbst DIY: Kastanien Waschpulver

Im September habe ich den Lehrgang "Natur- und Landschaftsvermittlung" in der Steiermark abgeschlossen.
Für den Abschluss sollten wir unter anderem eine Präsentation, die Naturvermittlung mit allem drum und dran beinhalten sollte, vor Ort mit einer Gruppe, die aus meinen lieben Kollegen bestand, durchführen.
Ich wollte bei dieser Präsentation meinen Standort Wien und mein Standbein Grüne Kosmetik einfließen lassen und jene Methoden anwenden, die mir in der Ausbildung am besten gefallen haben: der spielerische Zugang und theaterpädagogische Elemente!

Nach einigen Überlegungen hatte ich dann mein Konzept: ich schlüpfte in die Rolle des Wiener Wäschermädels "Mitzi Gstettner" aus Ottakring. Als Mitzi habe ich dann meine Kollegen und die reale Prüfungskommission als gespielte Prüfungskommission eines Patentamtes in meiner "Waschküche" begrüßt.

Mitzi Gstettner in ihrer Waschkuchl

Mitzi möchte nämlich ein Patent anmelden, denn sie hat bei einem Ausflug mit ihrem Gspusi, dem Hr. Professor, im Wiener Prater beim Spritzer trinken eine bahnbrechende Entdeckung gemacht:
im Herbst, wenns regnet beginnt die Prater Hauptallee zu schäumen und es schaut dann fast so aus wie bei ihr in der Waschkuchl!
Folgedessen muss doch irgendwo auf der Strasse Seife versteckt sein!
Zum Glück kann Mitzi ihren g´scheiten Hr. Professor fragen, was es damit auf sich hat.

Dann begann das Spektakel bei dem meine Kollegen als Bäume, Fiaker, Pferde und Regentropfen in die Präsentation eingebunden wurden und am Ende hat sich herausgestellt, dass hinter all dem Spuk der im Wiener Stadtbild so präsente Kastanienbaum steckt und Mitzi sich "...jetzt bittschön die Kastanien als Waschpulver patentieren lassen möcht. Weil wir Wiener Wäscheweiber wissen wie Wäsche wirklich weiß wird!"


Aus dem Stadbild Wiens nicht wegzudenken: der narrische Kastanienbaum


Warum schäumen denn die Strassen im Herbst so?

Vielleicht hast du dich, wie Mitzi Gstettner, auch schon einmal gefragt, warum in den Kastanienalleen Wiens und auch anderswo in Mitteleuropa, bei Regen plötzlich die Strassen zu schäumen beginnen?

"Schuld" daran sind die den Kastanien enthaltenen Saponine (lat. sapo= Seife) das sind wasserlösliche, seifenähnliche Stoffe.
Diese sind Bestandteil von über 90 Pflanzenfamilien und in geringen Mengen z.B. in Hülsenfrüchten enthalten (darum schäumt das Kochwasser) oder mit bis zu 15% in den Samen der Seifenbaumgewächse vertreten. 
Zur Familie der Seifenbaumgewächse zählt der Kastanienbaum, aber auch der Waschnussbaum dessen Samen als "indische Waschnuss" hierzulande, guter Vermarktung sei Dank, als Waschmittel bekannter sind als unsere heimischen Kastanien.

Was nun im Herbst in den Kastanienalleen passiert ist folgendes:
die Rosskastanien fallen auf die Strasse, Autos fahren darüber und zermalmen dabei mit ihren Reifen die Kastanien.
Wenn es nun regnet fungiert das Regenwasser kombiniert mit der Bewegung der Autoreifen wie eine Waschmaschine:
die enthaltenen Saponine lösen sich und bilden, wie Seife auch, Schaum.


Spannender Versuch für große und kleine Kinder: eine geschnittene Kastanie
in ein Schraubglas geben und mit Wasser zu 2/3 auffüllen 
und dann kräftig schütteln, sofort bildet sich Schaum.




Diese Saponine, die in den Kastanien bis zu 10% enthalten sind, können wir zur Reinigung z.B. von Wäsche verwenden.

Warum funktioniert das?
Auch natürliche Tenside können, wie Tenside in konventionellen Waschpulvern, die Oberflächenspannung des Wassers verändern, dadurch kann das Wasser tiefer in Textil Fasern eindringen und dort reinigen.
Viel Schaum und Waschpulvergeruch braucht es eigentlich nur im Kopf!

Der durchschnittliche Bedarf von 8kg konventionellem Waschpulver pro Haushalt, kann durch 2kg frische Kastanien ersetzt werden. Es gibt in Wien ca. 22.000 Kastanienbäume, die je nach Größe und Alter des Baumes durchschnittlich 35kg Kastanien abwerfen, somit könnten viele Wiener von der Waschkraft der Kastanie profitieren, dabei Geld sparen und sich und der Umwelt Gutes tun!

 
Die Vorteile von "Mitzis Wasch Kastanien"
  • kostenlos
  • regional 
  • natürlich nachwachsender, biologischer Rohstoff 
  • ökologisch und nachhaltig für Fauna, Flora & Gewässer
  • universell als Waschmittel, Putzmittel und auch zur Reingung von Haut und Haar einsetzbar
  • sanft und hypoallergen, keine Chemierückstände in der Wäsche
  • vegan und tierversuchsfrei

Die Wascheigenschaft der Rosskastanie wurde übrigens schon im 18. Jhd. von dem Naturwissenschaftler und Arzt Johann Georg Krünitz dokumentiert und auch wenn man hierzulande die Wurzel des Seifenkrauts, die ebenfalls Saponine enthält, zu nutzen wusste, hat man die Kastanien, aus welchem Grund auch immer, zum Waschen nicht genutzt.

Sehr wohl aber für andere Zwecke wie z.B. als Tierfutter (teilweise heute noch üblich) zum Färben, Gerben oder um mit dem aus der Kastanie gewonnenem Öl herkömmliche Seife herzustellen. Auch in der Volksheilkunde wurde der "Gichtbaum" bei entzündlichen Beschwerden eingesetzt, noch heute wird die Kraft des Kastanienbaums in Venencremes genutzt.

Der Kastanienbaum war auch als kühlender Schattenspender in Biergärten geschätzt, man sagt ihm nach, dass er der "Baum der Geselligkeit" ist und stimmungsaufhellend auf uns wirkt. Auch als Bachblüte ist die Kastanie mehrmals als  "white chestnut",
"red chestnut" und "chestnut bud" vertreten und soll uns bei Unruhe, Grübelei, Sorgen und Lernschleifen helfen.
Vor noch gar nicht so langer Zeit hat man sich Kastanien übrigens unters Bett gelegt, damit diese dort Störstrahlen ablenken.

Die Rosskastanie als Waschmittel zu verwenden ist daher eine moderne Nutzung.
Die Herstellung des DIY Waschmittels ist kinderleicht und kann, neben Kastanienmännchen und Kastanienketten basteln, eine wunderbare Freizeitgestaltung für die ganze Familie sein.



Und so wirds gemacht
  1. Rechne dir zuerst aus, wie hoch dein Waschmittelverbrauch ist. Durchschnittlich liegt dieser bei 8kg pro Person, diese Menge kann durch 1kg getrocknete Kastanien ersetzt werden, das entspricht der Menge von 2kg frischen Kastanien. 
  2. Kastanien an einem trockenen Tag sammeln  
  3. die gesammelten Kastanien mit heißem Wasser abwaschen 
  4. Kastanien mit einem Geschirrtuch gut abtrocknen 
  5. im Anschluss die Kastanien vorsichtig grob vorschneiden, das geht umso leichter, je frischer sie sind, die Kastanien müssen vorher übrigens nicht geschält werden. Ältere, harte Kastanien kann man am besten mit einem Hammer zerschlagen. 
  6. die Kastenienstücke mit einem geeigneten Küchengerät so klein wie möglich mahlen, ich verwende dafür eine Handreibe. Achtung bei elektrischen Küchengeräten, diese können schnell überhitzen! 
  7. Kastanienstückchen großzügig auf Backpapier oder Küchenrolle auflegen und an einem warmen Ort oder in der Sonne einige Tage gut durchtrocknen lassen damit nix schimmelt.
  8. Wer dabei auf Nummer sicher gehen will kann die Kastanien auch großzügig auf einem Backblech verteilen und im Backrohr bei 40-50 Grad mehrere Stunden trocknen, dabei die Backofentüre einen Spalt offen lassen, damit die Feuchtigkeit entweichen kann. Auch ein Dörrgerät bietet sich dafür an, habe ich aber selbst noch nicht probiert. 
  9. die getrockneten Kastanienstückchen eventuell nochmals zerkleinern, sie lassen sich jetzt mit elektrischen Küchengeräten leicht pulverisieren. Je kleiner die Stückchen sind, umso besser lösen sich die Saponine später im Wasser.
  10. in eine gut verschließbare Dose abfüllen, da aufgrund der Stärke Mottenbefall sonst nicht ausgeschlossen ist.
  11. Ich gebe bei diesem Schritte auch großzügig ätherisches Öl (kein bestimmtes, nimm einfach eines das du magst)  auf die Kastanienstückchen und schüttel die Dose gut durch. Der Geruch überträgt sich später beim Waschen direkt auf die Kleidung!
  12. Die Kastanienstückchen sind bei trockener Lagerung auf jeden Fall das ganze Jahr über bis zum nächsten Herbst haltbar.
Kastanien können frisch oder getrocknet, als Stückchen oder Pulver wie Waschmittel verwendet werden.
Ich bevorzuge die getrockneten Stückchen, da sich diese nach Gebrauch wieder trocknen und bis zu 5x wieder verwenden lassen.


Anwendung
  1. Für Wäsche, die nur getragen oder wenig benutzt wurde und keine Flecken hat, verwende ich eine Hand voll Kastanienstückchen (ca. 15g)
  2. Flecken die vorbehandelt werden müssen, bitte auch weiterhin wie gewohnt vorbehandeln
  3. Ich fülle die Kastanienstückchen in einen Socken den ich gut verknote und direkt in die Waschtrommel lege
  4. Gewaschen wird meist zwischen 30- 60 Grad (Saponine lösen sich, wie bei Regen, auch schon in kaltem Wasser!)
  5. nach dem Waschgang nehme ich die Kastanienstückchen aus dem Socken heraus und lasse sie auf einem Stück Küchenrolle (in der Sonne) trocknen um sie wieder zu verwenden. Dieser Vorgang lässt sich bis zu 5x wiederholen.
  6. für Wäscheduft träufel ich einige Tropfen ätherisches Öl direkt auf die Kastanienstückchen, diese geben dann beim Waschen den Geruch ab.
Probier am besten einfach selbst aus, wieviele Kastanien du für deine Wäsche benötigst, denn je nach Verschmutzung, Wascheistung deiner Waschmaschine, Temperatur und Wasserqualität kann das Waschergebnis unterschiedlich ausfallen!



Die Menge die ich zum Wäsche waschen verwende.


Was Mitzi sonst noch in den Kastanien für ihre Wäsche entdeckt hat
  • Aesculin lässt vor allem helle Wäsche strahlen
  • Gerbstoffe wirken wie ein Farbfixierer und sind außerdem leicht desinfizierend
  • Stärke gilt als schmutzabweisend und wirkt ähnlich wie "Bügelstärke"
  • Öle erhalten die Fasern geschmeidig
  • Enzyme wirken wie ein Waschkraftverstärker
  • Säure macht die Wäsche weich und entfernt schlechte Gerüche


Flüssigwaschmittel 

Aus Kastanien kann auch ein Flüssigwaschmittel hergestellt werden.
  1. Dafür nimm in etwa 1/2 Hand voll Kastanienstückchen und fülle diese in ein gut verschließbares Gefäß  (z.B. Schraubglas)
  2. gieße das ganze zu 2/3 mit Wasser auf
  3. Glas zuschrauben und fest schütteln um die Saponine zu lösen
  4. alternativ kannst du das Glas auch einen Tag stehen lassen, die Saponine lösen sich dann von alleine
  5. die Mischung durch ein feines Sieb abseihen
  6. Flüssigkeit direkt ins Waschmittelfach deiner Waschmaschine gießen und Waschprogramm wie gewohnt starten
  7. du kannst diese Flüssigkeit auch als Allzweckreiniger verwenden die du am besten in ein Sprühfläschchen abfüllst und die zu reinigenden Stellen damit einsprühst.
Dieses Waschmittel sollte immer unmittelbar verwendet werden, da es nach 3 Tagen zu gären anfängt.
Es gibt auch die Möglichkeit der Haltbarmachung mit Essig oder Natron, diese habe ich aber selbst noch nicht probiert.



Reinigungsgel/ Duschgel

Die zuvor beschriebene Methode lässt sich auch zu einem Gel abwandeln.
Das Gel eignet sich nicht nur als Haushaltsreiniger, sondern ich verwende es auch gern zum Waschen beim Camping in der Natur!
  1. Dafür nimm in etwa 1/2 Hand voll Kastanienstückchen und fülle diese in ein gut verschließbares Gefäß  (z.B. Schraubglas)
  2. gieße das ganze zu 2/3 mit Wasser auf
  3. Glas zuschrauben und fest schütteln um die Saponine zu lösen
  4. alternativ kannst du das Glas auch einen Tag stehen lassen, die Saponine lösen sich dann von alleine
  5. 1 TL Guarkernmehl zugeben (schau bitte zur Sicherheit noch auf deiner Guarkernmehl Verpackung die genaue Menge nach!)
  6. wieder kräftig schütteln bis sich das Guarkernmehl aufgelöst hat und die Konsistenz gelig ist. Falls es zu dick ist: wieder Wasser zugeben, falls es zu dünn ist: etwas Guarkernmehl zugeben. Aufkochen ist bei Guarkernmehl nicht notwendig!
  7. nach Wunsch ätherische Öle zufügen z.B. Zitrone oder Orange wenn du das Gel als Reingungsgel verwenden möchtest oder z.B. äth. Öle von Rosmarin, Salbei, Minze, Lavendel oder Kamille wenn du das Gel für Haut und Haar verwenden möchtest.
  8. durch ein feines Sieb abseihen
  9. in sauberen Spender/ Flascherl füllen und rasch aufbrauchen
  10. kühl gelagert ist das Gel aber einige Tage haltbar, der Einsatz der äth. Öle verlängert die Haltbarkeit etwas
  11. du kannst das Gel nun z.B. als Geschirrspülmittel oder auch als Badreiniger verwenden, anschließend mit Wasser nachspülen
  12. als Duschgel oder als Flüssigseife (vor allem draussen in der Natur!) eignet es sich wunderbar. Zum Haare waschen hat es für meinen glatten Haartyp leider überhaupt nicht funktioniert. Aber probier es einfach für dich selbst aus, ich kann mir gut vorstellen, dass es bei trockenem Haar gut funktioniert. Dafür das Gel direkt in die Kopfhaut einmassieren und nachher mit klarem Wasser ausspülen. Im Anschluss mit einer Essigrinse (10ml Essig mit 100ml Wasser verdünnt) nachspülen.


Warum es die Wunderwuzzi Kastanie nicht in unserer Haushalte geschafft hat, war auch schon für Krünitz ein Rätsel:
"Sollte dieses Mittel nur vernachlässigt worden seyn, weil es gemein und nicht ausländisch ist?"

Es scheint so gewesen zu sein und auch fast drei Jahrhunderte später sind uns Dinge vor unserer Haustüre oft zu ordinär und fremd, stattdessen kaufen wir exotische indische Waschnüsse um etwa 20 Euro pro Kilo in Drogerien.
Obwohl, um es mit den Worten Mitzi Gstettners zu sagen: "Des Woschmittl in Wien umasunst auf de Bam wochst!" 

Abgesehen davon, dass die indische Waschnuss längst nicht so ergiebig wie unsere Kastanie ist und im Dauergebrauch einen Grauschleier auf weißer Wäsche hinterlässt, kommt sie von weit her und unsere Nachfrage hierzulande hat in Indien zu einem starken Preisanstieg geführt, woraufhin vor Ort vermehrt günstigeres konventionelles Waschpulver gekauft wird.
+Werbung+ Gabriela Nedoma schreibt in ihrem Buch "Naturwaschmittel Rosskastanie", das ich euch unbedingt empfehle,
wenn ihr mehr über die faszinierende Rosskastanie und ihre Anwendungen wissen wollt, so schön aber traurig:
"Es gibt nicht weniger Schmutzwäsche, sie wird einfach woanders gewaschen."

Was wäre, wenn es Mitzi vor 100 Jahren tatsächlich gegeben hätte und ihre "Erfindung" Einzug in unsere Haushalte gefunden hätte? (Mal außer Acht gelassen, dass es damals wie heute keine Patente auf Pflanzen geben darf!) 
Manche wären jetzt vielleicht weniger reich, andere dafür möglicherweise aber gesünder und unsere Umwelt weniger belastet.
Wir, als Mitzis Enkel, können aber ihr Erbe antreten und uns jetzt im Herbst aufmachen um unser Waschmittel in der Natur zu holen. Für die so gesparten Euro findet ihr bestimmt eine Verwendung ihr könnt z.B. in den Wiener Prater gehen und dort einen Spritzer trinken und wer weiß, vielleicht trefft ihr dabei die Mitzi Gstettner und den Hr. Professor!


Quelle: Gabriela Nedoma "Naturwaschmittel Rosskastanie"

(c)Pix: naturzauber, Johann Friess, pixabay

Thx 2 A.T.A. <3


Dienstag, 8. Mai 2018

Warum es manchmal Glück ist Pech zu haben

Was für ein Glück, dass ich letztens in der Steiermark soviel Pech gefunden habe! So wird im Alpenraum das Harz der Nadelbäume genannt aus dem bereits unsere Ahnen kostbare Heilsalben hergestellt haben.




Unsere UrUrUrUr....Omas haben die Natur genau beobachtet und wussten um die guten Eigenschaften des Harzes, dass auch "Gold des Waldes" genannt wird, genau Bescheid.
Sie haben beobachtet, dass Bäume bei Verletzungen der Rinde Harz absondern um ihre Wunde zu heilen und wie mit einem Pflaster zu verschließen, um sich so vor unerwünschten Eindringlingen in Form von Insekten, Pilzen und Feuchtigkeit zu schützen.
"Das probieren wir auch für unsere verletzte Haut aus!" haben sie sich dann wohl gedacht und so oder so ähnlich entstand dann die "Pechsalbe"



Und unserer UrUrUrUr....Omas hatten sowas von recht!

Denn Pech gilt als...
  • antibiotisch
  • antibakteriell
  • entzündungshemmend
  • desinfizierend
  • durchblutungsfördernd
  • wundheilend
  • erweichend
  • wärmend
  • schleimlösend
  • schmerzlindernd
seine Bestandteile sind vor allem: Bitterstoffe, Harzsäure und natürlich ätherische Öle die das Harz so gut riechen lassen.

Wo haben die Omamas die Salbe überall "draufg´schmiert"?
  • auf Wunden zum Abheilen
  • als Zugsalbe bei Splittern, einegewachsenen Haaren, Furunkel, Abszessen
  • bei Verkühlung auf die Brust und unter die Nase
  • bei Muskelverspannungen und Gelenkschmerzen auf die betroffenen Areale

Und wie kommt das Pech jetzt ins Töpfchen?


Wie ihr auf dem ersten Bild sehen könnt, war das Pech das ich auf einem frisch gefällten Baum gefunden habe zuerst mal ein großer harziger Klumpen aus Holz und Nadeln. Normalerweise kann man das Harz auch "schöner" gewinnen in dem man es vorsichtig von jenen Stellen der Nadelbäume (wie Fichte, Tanne, Lärche, Kiefer) nimmt wo es dick herausquillt. Ernte bitte immer respektvoll und mit Maß! Nimm dafür einen stumpfen Gegenstand oder deine Finger und trag das Harz nur ganz vorsichtig an der obersten Stelle ab. Je älter und dicker das Harz ist umso besser, denn dann ist die Gefahr dass du den Baum verletzt minimal.
In jedem Fall ist es aber ziemlich sicher auch nicht ganz rein, da bestimmt auch hier drinnen ein paar tote Tierchen, Nadeln und Holzstücke beim Auskochen zum Vorschein kommen.
Wer nicht selber ernten möchte oder dazu keine Möglichkeit hat, kann Fichtenharz auch bei der Naturschönheit in Kärnten bestellen.



Das Harz der Nadelbäume ist lipophil, das heisst es kann in Öl oder Fett gelöst werden. (Das ist auch der Trick um klebrige Harzfinger wieder sauber zu bekommen!) So konnte ich als meinen Harzklumpen in Öl aussuddeln und anschließend abfiltern um das kostbare Waldgold zu gewinnen, aber der Reihe nach:


Innere Werte:
nach der Recherche diverser Pechsalben Rezepte kann man sagen: auf einen Teil Harz kommt in etwa die 3-4 fache Menge Öl, ganz traditionell lag der Anteil Pech wohl sogar bei 50-70%. Wer wie ich mit so einem Klumpen arbeitet muss auf jeden Fall soviel Öl nehmen, dass alles schön bedeckt ist und bedenken, dass sich ohne der Verschmutzung das Gewicht verringert.

Konkret
  • 150g Sonnenblumen Öl (nehm ich am liebsten da es neutral ist und den guten Harz- und Blütenduft nicht übertüncht, abgesehen davon ist die Sonnenblume eine tolle Pflanze für Haut und Seele!)
  • 50g Harz 
  • 20g Bienenwachs (Veganer nehmen 1,5-2fache Menge Beerenwachs)
  • wer mag: zusätzlich insgesamt 2-3 EL getrocknete Pflanzen wie z.B. Ringelblume, Schafgarbe, Kamille, Lindenblüten, Gänseblümchen die die Creme noch wirkungsvoller machen.

So wird´s gemacht:
1. Gib dein Harz zusammen mit dem Öl (und eventuell deiner Pflanzen) in ein Gurkenglas (kann man nachher mit den Rückständen wegwerfen und man spart sich das putzen)
2. erwärme das ganze sanft und langsam und mit immer wieder rühren in einem Topf im Wasserbad bis du sehen kannst, dass sich das Harz auflöst. Wenn du zusätzlich Pflanzen in diesem Arbeitsschritt ausziehst ist langsam arbeiten natürlich von Vorteil um das ganze Gemisch einige Zeit lang vor sich hinsimmern bzw. ziehen zu lassen. Das kann von mindestens 1h bis mehrere Stunden dauern. Idealerweise kann man es dann auch 1-3 Tage ziehen lassen, und dann erst wie folgt weitermachen. 


3. das ganze durch ein altes (es könnten Rückstände drinnen bleiben) feinmaschiges Sieb abseihen. Zusätzlich lege ich noch einen Teefilter in das Sieb, das fängt auch kleinere Partikel gut ab
4. das gefilterte Öl-Harz Gemisch nochmals in einem feuerfesten Gefäß im Wasserbad erwärmen und darin unter Rühren Bienenwachs schmelzen
5. in saubere Tiegelchen abfüllen und beschriften 


 

Wie immer gilt: sauber arbeiten und natürlich auch im Zweifel die Verträglichkeit vorher testen (v.a. aufgrund der ätherischen Öle)
Die Haltbarkeit ist dank der Inhaltsstoffe Wachs und Harz sehr hoch und liegt bei kühler und trockener Lagerung und sauberer Entnahme mit Spatel bei etwa einem Jahr.


Noch ein Tipp: älteres und somit härteres Harz ist auch ideal zum Räuchern! Christian Rätsch schreibt in seinem Buch "Räucherstoffe- Der Atem des Drachen", dass das Fichtenharz früher auch "Waldweihrauch" genannt wurde und schon Plinius berichtet von "Betrug mit diesen Tropfen" die statt dem teurerem Weihrauch verkauft wurden.
Die Wirkung der verräucherten Nadelbaum Harze kann auch hier gut abgeleitet werden: reinigend, klärend, schützend
Marlies Bader schreibt in ihrem Buch "Räuchern mit heimischen Kräutern" auch so schön: "bringt alte Wunden ans Licht...erweitert den Brustraum und das Herz"

...und jetzt weißt du, warum es manchmal Glück ist Pech zu haben ;)




Sämtliche Texte basieren auf den Überlieferungen der Volksheilkunde und ersetzen keinesfalls die fachliche Beratung durch einen Arzt oder Apotheker und dürfen daher nicht als Grundlage zur eigenständigen Diagnose und Beginn, Änderung oder Beendigung einer Behandlung von Krankheiten verwendet werden. Konsultiere bei gesundheitlichen Fragen oder Beschwerden bitte immer einen Arzt!

Montag, 2. April 2018

DIY: Rosen Gesichtsspray🌹 Frühling zum aufsprühen

Heute gibt es ein ganz schnelles und einfaches Rezept um sich den Frühling aufzusprühen.
In den Workshops erzähle ich oft von meinem Rosen Gesichtsspray🌹auf den ich seit Jahren schwöre.
Der Spray erffrischt, spendet Feuchtigkeit und tut der Seeele sooo gut!

Und so einfach wird er gemacht:

Rosenhydrolat (z.B. von Hinterauer) in ein Sprühflascherl füllen, etwas 100-150ml
Minimalisten können an dieser Stelle schon zuschrauben 😏

Aber wer wie ich gerne rumpantscht und denkt, dass seine Haut ein paar weitere Wirkstoffbomben vertragen könnte, kann den Spray mit weiteren, wasserlöslichen Zusätzen ergänzen.

Ich verwende derzeit am Liebsten:

 Parakressehydroglyzerin (z.B. bei Naturschönheit) das auch das pflanzliche Botox genannt wird (für Gossip Fans: auf diesen natürlichen Wirkstoff schwört angeblich auch Herzogin Kate) 
Einsatzmenge 10% der Gesamtmenge

Hyaluron (z.B. bei Naturschönheit) für den Extra Feuchtigkeits Kick 
Einsatzmenge 1% der Gesamtmenge

ätherisches Weihrauchöl (z.B. bei Hinterauer) das die Zellerneuerung ankurbelt und kleine Fältchen mildert (in der Schwangerschaft meiden!)
Einsatzmenge 1 Tropfen pro 10ml

sowie ein paar Tropfen meiner derzeit aktuellen Bachblüten 🌺 

Alle Zutaten werden direkt in der Flasche gemischt, geschüttelt und fertig ist das Zauberwasser für die 35+ Haut das ich vor Verwendung kurz schüttel, reichlich aufsprühe und dann mit einem Gesichtsöl direkt auf der Haut aufemulgiere und einmassiere. Wenns dann wieder wärmer ist, auch super für die Erfrischung zwischendurch. Herrlich sag ich euch und riecht so gut nach Rose!

Die Haltbarkeit liegt im Bereich der Haltbarkeit des Rosenwassers, sofern sauber gearbeitet wurde. Achtung natürlich auch bei der Haltbarkeit der Zusätze.
Aufgrund der kurzen Haltbarkeit ist es besser öfter kleinere Mengen anzufertigen.





Hinweis:
Die zur Verfügung gestellten Rezepte enthalten keine künstliche Konservierung. 
Die Haltbarkeit ergibt sich aus den verwendeten Zutaten. Verwende nur absolut frische Zutaten und achte auf das MHD!
Arbeite so sauber wie möglich, dann hast du auch lange Freude an deinem Produkt. D.h. wasche deine Hände gründlich, säubere alle Arbeitsgeräte und Gefäße (am besten auskochen und mit 70% Alkohol aussprühen) und verwende für die Entnahme saubere Löffel oder Spatel. Lagere dein Produkt kühl und lichtgeschützt.

Freitag, 26. Januar 2018

Komm mit in den Naturzauber!

Du suchst auf meiner Seite nach Kräuterwanderungen und Kochworkshops oder nach alten Blogeinträgen und wirst nicht fündig? Keine Sorge! Alles noch da nur auf einer anderen Seite.
Nachdem so viele Themen neben Make up und Kosmetik in den letzten Jahren mehr und mehr präsent wurden, habe ich mich entschieden, diesen Themen einen eigenen Raum zu geben. Komm mit in den Naturzauber!


Mittwoch, 18. Oktober 2017

Woman Interview zum Nachlesen: Warum ich Naturkosmetik verwende


Wie alles begann
Im Jahr 2010 hatte ich einen Sinnes- & Lebenswandel. Ich hab mich gefragt, ob ich mich richtig ernähre, richtig pflege und wie ich leben möchte.
Kurz darauf lernte ich in einem Seminar das alte faszinierende Wissen rund um die Kraft der pflanzen und das Herstellen von Naturksometik. Ich stellte fest, dass ich nicht nur privat, sondern auch als Make up Artist  beruflich nicht mehr mit konventionellen Produkten schminken wollte, dioe ich selber nicht mehr vertreten konnte.
Den Inhalt meines Make up Koffers wechselte ich von heute auf morgen aus. Ich gebe mittlerweile Workshops damit jeder die Urkraft der Pflanzen selber gezielt für sich mischen kann.

Worauf ich heute achte
Ich stelle quasi alles selbst her, vieles aus meiner Rührküche wächst sogar in meinem Garten. Mit meinen Haaren mache ich nichts mehr, und die waren noch nie so lang und so schön wie jetzt. Statt Parfum trage ich ätherische Öle- mir fehlt es an nichts!

Rechts im Bild zwei meiner Lieblingsprodukte: Mandel Öl und frische Brennessel

Woman Ausgabe Nr. 21/12.Oktober 2017
Das Interview führte Sermin Kaya, das Foto stammt von Oliver Topf.

Wer sich für meine Haarpflege interessiert: hier lang!

Mittwoch, 11. Oktober 2017

Omas Ringelblumen Creme

Wahrscheinlich war die Ringelblumen Creme meiner Oma, meine erste Begegnung mit Naturkosmetik.
Die Ringelblumen in ihrem Garten und wie sie die Blüten in Schmalz für ihre berühmte Creme ausgezogen hat, sind mir noch heute in Erinnerung. Auf die Creme hat sie wie jede Omama geschworen und sie uns Kindern bei kleinen Auas oder auch auf Opas Hände nach der Gartenarbeit aufgetragen.
Warum die Ringelblume zu einem ihrer größten Schätze im Garten gezählt hat, weiß ich aber erst heute, nachdem ich meine eigenen Ringelblumen Balsam herstelle und schon viel über diese wunderschöne Pflanze gehört und gelesen habe.




 

Die ursprünglich aus dem Mittelmeer Raum kommende Pflanze hat seit dem Mittelalter und vor allem seit Hildegard von Bingen ihren festen Platz in den heimischen Hausapotheken gewonnen. Hildgard beschriebt die Ringelblume unter anderem als entzündungshemmend und wundheilend. Meine Oma hat ihre Salbe bei Sonnenbrand, leichten Verbrennungen, zur Pflege trockener, rissiger Haut und bei kleinen Wunden daher stets zur Stelle gehabt.
 

Die Ringelblume (Calendula officinalis) gilt hierzulande als eine der beliebtesten kultivierten Zierpflanzen.
Wahrscheinlich nicht nur wegen ihrer Wirksamkeit, sondern auch wegen ihrer monatelang andauernden Schönheit, immerhin blüht sie den ganzen Sommer, oft bis spät in den Herbst hinein bis zum ersten Frost. Durch ihr sonnenähnliches Aussehen und aufgrund ihrer lange Blütezeit, die sich nach dem Lauf der Sonne orientiert, gilt sie auch als eine der "Sonnenbrautblumen", die Göttinnen, wie etwa Freya gewidmet wurden.

Die bis zu 60cm hohe, filzig behaarte Ringelblume ist ein sehr dankbares Gartengewächs. Sie mags gerne sonnig und liebt laut zahlreicher Quellen lockeren, sandigen, nährstoffreichen Boden auf den sie gleichzeitig selbst guten Einfluss hat (die Ausdünstungen ihrer Wurzeln mögen viele Schädlinge nicht, sie ist daher auch ideal fürs Gemüsebeet.)
Meiner Erfahrung nach ist sie aber nicht besonders anspruchsvoll, bis jetzt ist sie überall aufgegangen
wo ich sie gesät habe, sogar in den Steinritzen. Gesät wird sie am besten im Frühjahr direkt im Freien an Ort und Stelle.


Köhlers Medizinalpflanzen

Ab Juni kann man sich dann schon an der kräftigen gelb-orangen Blütenpracht erfreuen. Sie säht sich dann in weiterer Folge praktisch von alleine, keimt während dem Sommer erneut oder im darauf folgenden Frühjahr.
Wer die Blüten stehen lässt, hat wenig später schon eine Fülle an neuen Samen die sich wieder beliebig säen lassen. Die markanten, gekringelten Samen sind übrigens Namensgeber der "Ringel"blume.

Die Blüten selbst werden idealerweise nach dem völligen Öffnen der Blüten, bei trockenem Wetter, am besten in der Mittagssonne gesammelt, hier ist die Konzentration der Wirkstoffe am höchsten. Dabei werden die Blüten knapp unterhalb des Ansatzes abgeschnitten und im Anschluss locker auf einem Tuch oder Backpapier aufgelegt und an einem schattigen Platz einige Tage gut durchgetrocknet. Man kann nun die getrockneten Blütenköpfe im Ganzen trocken und lichtgeschützt, am besten in einem Schraubglas, aufbewahren oder die einzelnen Blütenblätter gleich abzupfen.
Wichtig ist, das das Pflanzenmaterial vollständig vor der Lagerung durchgetrocknet ist, um Schimmel zu vermeiden.




Ringelblumen Creme selber machen
Jede Oma schwört auf ihre Rezept und ebenso viele Überlieferungen gibt es.
Früher wurde traditionell, da verfügbar, oft Schweineschmalz verwendet, aber auch die Bienenwachs-Öl Methode war schon beliebt. In manchen Rezepten liest man von der Verwendung der Pflanze mit Blüten, Blätter und Stielen. In anderen werden nur die kostbaren einzelnen Zungenblüten verwendet. Manche verwenden nur vollständig getrockneten Blüten, andere schwören auf die Verwendung der frischen Blüte. Die einen machen einen warmen Ölauszug, die anderen einen kalten...
Ich verrate euch nun, wie ich meine Creme am liebsten zubereite:

Ringelblumen Balsam ca. 5x 50ml, ca. 6 Monate haltbar 

(btw: da ich keine Apothekerin bin, heißts bei mir Balsam statt Salbe)

Innere Werte

  • ca. 1-2 gute Handvoll getrocknete Ringelblumenblüten (zerkleinert)
  • 250g Bio Sonnenblumenöl (mag ich am liebsten da wenig Eigengeruch)
  • 25g Bio Bienenwachs (oder vegan: 50g Beerenwachs)
  • wer mag: 25 Tropfen Rescue Bachblüten

 

So wird`s gemacht (mit Kaltauszug Methode)

  1. Ringelblumen in ein sauberes Einmachglas füllen und leicht zusammendrücken, das Glas sollte maximal bis zu 3/4 mit den Blüten gefüllt sein. 
  2. 250g Sonnenblumenöl sanft erwärmen (Öl darf nicht heiß werden!)
  3.  Ringelblumen mit dem warmen (nicht heißen) Öl übergiessen, bis die Pflanzen vollständig bedeckt und das Glas fast randvoll ist. Das Glas verschliessen und gut durchschütteln um Luftblasen zwischen den Blüten zu vermeiden.
  4. Das Glas mind. ca. 2 Wochen stehen lassen (ich persönlich stelle es gerne an ein Fensterbrett wo es warm ist und mein Ölauszug einige Stunden am Tag volle Sonne und in der Nacht volles Mondlicht abbekommt, aber auch da hat jeder so seine Methode, manche stellen das Glas auch einfach in den dunklen Schrank.) Das Glas zwischendurch immer wieder leicht schütteln, idealerweise bekommt es nach einiger Zeit eine schöne orange Farbe. 
  5. Nach der Auszugszeit wird das Öl durch ein feinmaschiges Sieb gefiltert. 
  6. Anschließend das Öl zusammen mit dem Bienenwachs sanft und langsam im Wasserbad erwärmen, bis das Bienenwachs vollständig geschmolzen ist. 
  7. Wer mag: jetzt die Bachblüten zugeben und gut einrühren 
  8. In saubere 50ml Tiegelchen abfüllen und auskühlen lassen bis die Creme fest wird 
  9. gut verschliessen, beschriften und an einem kühlen Ort lichtgeschützt lagern 
  10. Creme zur Hautpflege mit sauberem Spatel entnehmen

Alternativmethode für Eillige: Warmauszug

  1. Sonnenblumenöl sanft im Wasserbad erwärmen 
  2. Ringelblumenblüten ins Öl zugeben
  3. Einige Minuten simmern lassen, es beginnt dabei gut zu duften und man hört es ein bisschen knacksen, das Öl darf aber auf keinen Fall zu heiß werden, wir wollen keine frittierten Ringelblumen ;)  
  4. Öl vom Herd nehmen und mindestens eine Stunde, am besten über Nacht ziehen lassen
  5. Nach der Auszugszeit wird das Öl durch ein feinmaschiges Sieb gefiltert, das Öl sollte schon gut duften und eine gelbliche Farbe annehmen
  6. Anschließend das Öl zusammen mit dem Bienenwachs sanft und langsam im Wasserbad erwärmen, bis das Bienenwachs vollständig geschmolzen ist 
  7. Wer mag: jetzt die Bachblüten zugeben und gut einrühren 
  8. In saubere 50ml Tiegelchen abfüllen und auskühlen lassen bis die Creme fest wird 
  9. gut verschliessen, beschriften und an einem kühlen Ort lichtgeschützt lagern 
  10. Creme zur Hautpflege mit sauberem Spatel entnehmen
Haltbarkeit: 6 Monate

Hinweis:
Die zur Verfügung gestellten Rezepte enthalten keine künstliche Konservierung. 
Die Haltbarkeit ergibt sich aus den verwendeten Zutaten. Verwende nur absolut frische Zutaten und achte auf das MHD!
Arbeite so sauber wie möglich, dann hast du auch lange Freude an deinem Produkt. D.h. wasche deine Hände gründlich, säubere alle Arbeitsgeräte und Gefäße (am besten auskochen und mit 70% Alkohol aussprühen) und verwende für die Entnahme saubere Löffel oder Spatel. Lagere dein Produkt kühl und lichtgeschützt.



Tipp: wer keine eigenen Ringelblumen im Garten hat (gedeiht übrigens auch im Blumentopf! Auch ohnen grünen Daumen!) kann diese bereits getrocknet bei Kottas, in jeder Apotheke (auch hier sind Kottas Produkte bestellbar) oder von Sonnentor beziehen. Oder auch bei Hinterauer übers Internet bestellen.

Hinweis: Ringelblumen gehören zur Familie der Korbblütler und sollten nicht bei Überempfindlichkeit gegenüber Korbblütlern verwendet werden. Bei längerer äußerlicher Anwendung kann es unter Umständen zu Kontaktekzemen kommen.


Wer sich jetzt ein bisschen, so wie ich, in die Ringelblume verliebt hat, wird vielleicht beim Weiterlesen noch verliebter, denn es steckt noch soviel mehr in dieser schönen Pflanzen:

  • Zum einen ist die Ringelblume auch essbar und daher am Teller sehr beliebt. Die frischen jungen Blätter und die Blüten machen sich sehr hübsch im Salat und auf dem Butterbrot, früher war die Ringelblume auch ein beliebtes Färbemittel (Farbe löst sich in heißer Flüssigkeit) in der Küche, oft sogar als Ersatz für teuren Safran. Natürlich kann die Ringelblume auch als Teezutat verwendet werden.
  • Früher wurden damit Stoffe, Wolle und sogar Haare gefärbt.
  • Die Bauern haben sich seit jeher gerne auf sie verlassen: "Zeigt morgens die Ringelblume ihr Gesicht, sie einen schönen Tag uns verspricht. Doch hält sie ihr Antlitz verborgen, bereitet das Wetter dem Landmann oft Sorgen."
    Sind die Blüten zwischen 6 und 7 Uhr bereits geöffnet, so kündigt dies einen sonnigen Tag an. Sind sie jedoch nach 7 Uhr noch geschlossen, ist schlechtes Wetter oder gar Regen zu erwarten.
  • Die für mich schönste Aussage die ich über die Ringelblume gelesen habe: " Ringelblumen - Blütenwasser auf die Augenlider getupft hilft Feen zu sehen."

Probiert es doch genauso wie die Zubereitung der Ringelblumencreme einfach aus ;)



Thx2Pixabay

Dienstag, 20. Dezember 2016

DIY winterliches Bodyscrub

Hohoho! Auf dem DIY Portal "Dawanda" gibt es aktuell ein Rezept von mirfür ein winterliches Bodyscrub! 

HIER gehts zum Rezept! Viel Spaß beim Nachmachen!