Montag, 28. November 2016

DIY Bade Cup Cakes


Heuer bin ich schon seit 2 Wochen in Weihnachtsstimmung. Zum Glück war gestern 1. Advent und nun kann es offiziell los gehen mit Weihnachtsmusik, Lichterketten und vor allem Basteleien.
Am Wochenende war daher Christkindl Werkstatt angesagt und ich habe Bade Cup Cakes gemacht. Die sind so putzig, dass ich sie unbedingt hier auf den Blog stellen muss und hoffe, dass sie euch zum Nachmachen inspirieren. Schließlich gehört zu den Winterfreuden ein ausgiebiges, heißes Bad. Noch besser wenn dieses gut duftet und die Haut gleichzeitig streichelzart macht.


Die angegeben Menge reicht für ca. 15 Stück. Haltbarkeit ca. 6 Monate (je nachdem, wie lange eure verwendeten Fette haltbar sind) Ich habe für die Herstellung in etwa 20 Minuten benötigt.

Innere Werte

Cake


Topping

  • 30g Kakaobutter 
  • 10g Sheabutter
  • 10g Kokosöl (Änderung im Rezept, macht die Masse für Spritzbeutel weicher)
  • 50g Natron/Speisesoda
  • 50g Zitronensäure
  • 50g Speisestärke
  • Zum Färben: ein paar Tropfen Lebensmittelfarbe bzw. eine Messerspitze Seifenpigment
  • 20 Tropfen äther. Öl, z.B. Zimt, Nelke
  • 1 TL getrocknete Rosenblüten Brösel (z.B. Kräuterhaus Kottas oder Apotheke)


So wird`s gemacht!
(mit Cake beginnen)

Cake
  1. Kakao- und Sheabutter zusammen sanft im Wasserbad schmelzen
  2. alle restlichen, trockenen Zutaten in einer Schüssel vermischen
  3. Sanddornfruchtfleischöl zu den geschmolzenen Fetten beimengen. Wer stattdessen Seifenpigment oder Lebensmittelfarbe verwendet, löst diese darin auf.
  4. Fette zu den trockenen Zutaten gießen
  5. alles gut miteinander mit einem Löffel vermischen
  6. Wer mag, kann jetzt äth. Öl zufügen
  7. die sandige Masse rasch in eine glatte Silikonform oder in kleine Papier Muffin Förmchen füllen

Topping
  1. Kokosöl, Kakao-  und Sheabutter zusammen sanft im Wasserbad schmelzen
  2. alle restlichen, trockenen Zutaten in einer Schüssel vermischen
  3. Je nachdem was zum Färben verwendet wird: Seifenpigment oder Lebensmittelfarbe in geschmolzenem Fett auflösen
  4. Fette zu den trockenen Zutaten gießen
  5. alles gut miteinander mit einem Löffel vermischen
  6. Wer mag, kann jetzt äth. Öl zufügen
  7. Die Masse in einen Spritzbeutel einfüllen (am besten Einweg, da die Masse schnell aushärtet und der Spritzbeutel sonst schwer zu reinigen ist)
  8. Topping auf die Cakes aufspritzen
  9. Mit Rosenblüten bestreuen
  10. im Tiefkühler kalt stellen
  11. Nach 15 Minuten sind die Cakes ausgehärtet und können zum Verschenken verpackt oder am besten gleich in der Badewanne verwendet werden.
 
Ein Bade Cup Cake reicht für einmal Badespaß. 

Hinweis: Bade Cup Cakes können aufgrund der enthaltenen Fette nach dem Ablassen des Wassers einen fettigen Rand an der Badewanne hinterlassen. Der lässt sich aber problemlos mit einem Küchentuch und etwas Putzmittel wegwischen.

Bis Weihnachten wird es es hier auf meinem Blog noch weitere DIY Tutorials für Geschenke und Deko geben, regelmäßig vorbeischauen zahlt sich also aus!

Dienstag, 11. Oktober 2016

No Poo - oder warum ich meine Haare mit Palatschinkenteig wasche

No Poo ist mittlerweile nicht mehr nur bei Öko Tanten sondern auch bei Öko Barbies in aller Munde. Auch ich (irgendwo in der Mitte) schwöre seit fast 2 Jahren darauf. Ein guter Zeitraum um über meine Erfahrungen mit No Poo zu brichten.

Was bedeutet No Poo überhaupt? 
Der Name steht für „No (Sham)poo“, das heißt, die Haare werden nicht mehr mit schnödem Shampoo gewaschen, sondern mit alternativen Mitteln wie z.B. Haarwaschseife, Lavaerde, Mehl, Natron, saponinhaltigen Pflanzen oder auch nur mit warmen Wasser gereinigt.

Warum macht man No Poo?
Nachdem ich so gute Ergebnisse mit „weniger ist mehr“ bei der Hautpflege erzielt habe, wollte ich auch bei der Haarpflege mehr Natürlichkeit. Mir ein Shampoo mit pflanzlichen Tensiden zu mischen erschien mir nicht ursprünglich genug. Ich war mir sicher, dass Mutter Natur uns bestimmt nicht bis zur Erfindung von Shampoo im Flascherl mit fettigen, stinkenden Haaren alleine gelassen hätte. Es nervte mich, meine Haare täglich waschen zu müssen und ich merkte, dass ihnen das auch alles andere als gut tat. Außerdem hatte ich ein Jahr davor beschlossen, inspiriert durch die Mädels im Langhaarnetzwerk, meinen Haaren ihren Lauf zu lassen. Mit zunehmender Länge wurde das Haarewaschen natürlich immer mühsamer, aber das hat meine Kopfhaut damals nicht interessiert sie hat munter und zuverlässig ihren Talg produziert.

Denn Tatsache ist: der häufige Gebrauch von viiiiel Schaum (Tenside) der uns im ersten Augenblick so ein schönes sauberes Gefühl vermittelt, bringt unsere Kopfhaut und Haare so richtig durcheinander. Einfach ausgedrückt: der Kopfhaut (Talgdrüsen) wird signalisiert „Hui, kein Talg mehr da- schnell nachproduzieren!“ und von den Längen wird der Talg, der als natürlicher Schutzfilm fungieren soll, wieder weggewaschen. Umso mehr man das Haar also wäscht, desto mehr Talg wird nachgeliefert.
Im besten Fall äußert sich das durch schnelles Nachfetten und trockene, ausgelaugte Längen, in schlimmeren Fällen auch mit irritiert und gereizter Kopfhaut, Schuppen oder Haarausfall.
Wir waschen und pflegen dann natürlich immer mehr und wundern uns, wenns doch nicht so recht klappt mit der versprochenen Wallemähne.
Damit musste Schluss sein. Schließlich begann ich auch mit jedem gewachsenen Zentimeter meine Haare mehr zu lieben und wollte natürlich nur mehr das Beste für sie. Nach regem Austausch mit meiner Kollegin und "Bad Hair Day Buddy" Lela war ich dann endlich bereit den Teufelskreis der täglichen Haarwäsche zu durchbrechen.

Denn zu schön klingen die Versprechen der No Poo Methode...
  • Haare fetten langsamer bis kaum noch nach (weniger Haare waschen nötig)
  • Haare wachsen besser und werden gesünder
  • Haare pflegen und schützen sich durch den körpereigenen Talg selbst
  • Haare wirken fülliger und werden griffiger (Frisuren halten besser)
  • natürlich, ökologisch und gesundheitlich unbedenklich
  • vegan und tierversuchsfrei
  • spart Zeit und Geld

Zu schön um wahr zu sein?  Der Selbstversuch musste her!
Es war Winter und ich probierte mich durch alle möglichen Methoden durch. In dieser Zeit begann ich Mützen zu lieben (zum Glück war Winter) da viele Versuche fehl schlugen und meine Haare teilweise schlimmer aussahen als vor der Wäsche.
Das soll jetzt bitte niemanden abschrecken es auszuprobieren, aber jeder der auf Grüne Kosmetik umstellt weiß, dass es eine Zeit dauern kann bis man das Richtige für sich gefunden hat und sich alles einspielt oder manchmal einfach auch nur der Zeitpunkt nicht richtig ist.
Es gibt wie so oft nicht „die Methode“ die für jeden gleich gut wirkt. Meine Haare mochten keine Haarseifen (davon wurden sie strähnig und schwer), keine Lavaerde (davon wurden sie elektrisch), Natron war mir unsympathisch (obwohl ich als Deo darauf schwöre) und „nur Wasser“ erschien mir unlogisch und doch zu extrem für den Umstieg (Fett= wasserlöslich?)
Wichtig ist: nur nicht aufgeben, denn bei all den Möglichkeiten ist bestimmt für jeden Haartyp die passende dabei.
Wenn man dann die „richtige Methode“ gefunden hat, dauert es schließlich nur mehr ein paar Wochen, bis sich alles einspielt. Klingt vielleicht lange, aber die oben angeführten (eigentlich wirklich fast billig klingenden) Werbeversprechen haben mich durchhalten lassen.

Ich bin dann auf Roggenmehl hängen geblieben, mein absoluter Favorit, der bei meinem Haartyp (glattes aber dichtes Haar) sehr gut passt. Ja, es war die ersten Male schon komisch sich einen Palatschinkenteig anzurühren und mit in die Dusche zu nehmen. Aber die gelige, fast Shampoo ähnliche Konsistenz und die leichte Anwendung haben mich schnell überzeugt.
Meine Durststrecke hat dann auch gar nicht so lange gedauert. Im Sommer darauf habe ich nur mehr alle 2-3 Tage meine Haare waschen müssen und jetzt hat es sich bei ca. 4-5 Tagen eingependelt. Nach oben hin ist natürlich noch Platz, aber im Vergleich zur täglichen Haarwäsche ist das schon ein riesiger Schritt. Abgesehen davon sind meine Haare so lang wie noch nie zuvor und sie wachsen munter weiter. Was ich auch als ganz großen Pluspunkt empfinde, ist die Tatsache, dass meine Haare mit der Mehlwäsche fülliger und griffiger werden und so nicht nur besser aussehen sondenr auch besser halten.
Natürlich variiere ich meine Haarwaschmethode immer wieder mal und gebe meinen Haaren das, wovon ich denke, dass es gerade gut passt oder was auch gerade einfacher umsetzbar ist.
 

Welche Methoden gibt es?
  • Haarseife in vielen Varianten für diverse Haartypen erhältlich, bestehen zu einem Großteil aus verseiftem Öl. Die gängigsten Seifen für die Haarwäsche sind z.B. Olivenseife, Alepposeife, Savon de Marseille (in den feinen Pariser Frisierstuben hat man anno dazumal darauf geschworen) Muss nach dem Aufschäumen im Haar gut ausgespült werden und eine saure Rinse (Erklärung siehe weiter unten) im Anschluss an diese basische Wäsche wird empfohlen. Eher geeignet für: trockenes, lockiges Haar. 
  • Lavaerde bindet Schmutz und Fett und reinigt mechanisch aber schonend. Dafür nimmt man 1 Tasse lauwarmes Wasser und ca. 2-3 EL Lavaerde die man zügig darin einrührt und im Anschluss kurz quellen lässt. Den „Gatsch“ gleichmässig auf die Kopfhaut einmassieren und einige Minuten einwirken lassen und gut auswaschen. Eher geeignet für: fettiges Haar
  • Roggenmehl (Bio von z.B. Ja natürlich!) reinigt mechanisch und enthält viele Nährstoffe. Für die Anwendung nimmt man 1 Tasse lauwarmes Wasser und ca. 2-3 EL Roggenmehl die man zügig darin einrührt und im Anschluss kurz quellen lässt. Es entsteht eine Art Gel, das sich super auf die Kopfhaut einmassieren lässt. Einige Minuten einwirken lassen und nachher gut ausspülen. Wichtig: kein Vollkornmehl verwenden (sonst gibt´s Brösel!) und kein stark glutenhaltiges Mehl (z.B. Weizen) verwenden, das bleibt nämlich teigig in den Haaren kleben und lässt sich nur sehr schwer auswaschen (ihr müsst nicht den gleichen Blödsinn wie ich probieren…) Bei Gluten-Unverträglichkeit kann man alternativ auch Kichererbsenmehl verwenden. Kann auch gut mit Lavaerde zusammen verwendet werden. Eher geeignet für: fettiges Haar.
  • Natron Die basische Reinigung soll sehr zuverlässig Fett und Silikon Rückstände aus dem Haar entfernen. Das kann auf Dauer Kopfhaut und Haare austrocknen und ist somit nur für zwischendurch zu empfehlen. Vorsicht daher auch bei gefärbten Haaren: Natron ist ein „Farbzieher“. Anwendung: man nehme 1EL Natron (aus der Apotheke) und löst dieses in 1/2l warmen Wasser auf. Gleichmässig in den Haaren verteilen, kurz einwirken lassen und gut ausspülen. (Kann auch mit Guarkernmehl verdickt werden, da sich das Gel leichter verteilen und anwenden lässt) Eine saure Rinse im Anschluss wird empfohlen. Eher geeignet für: fettiges Haar
  • Kastaniensud (oder alternativ aber nicht heimisch: Waschnüsse) enthalten Saponine („Seifenstoff“) die mild reinigen. Anwendung: 10 Kastanien zerkleinern und in ein großes Schraubglas füllen. Mit heißem Wasser aufgießen und 24-48h stehen lassen, dazwischen immer wieder schütteln. (Oder wer den Sud sofort anwenden will: alles in einem Topf kurz aufkochen lassen.) Abseihen und gleichmässig in die Kopfhaut einmassieren (Kann auch mit Guarkernmehl verdickt werden, da sich das Gel leichter verteilen und anwenden lässt) kurz einwirken lassen und ausspülen. Eher geeignet für: trockenes Haar 
  • Seifenkraut (oder alternativ: frischer und klein geschnittener Efeu) enthalten Saponine („Seifenstoff“) die mild reinigen. Anwendung: 1 EL Seifenkraut (Wurzel hat den höchsten Saponin Anteil, gibt es in der Apotheke oder im Kräuterhaus Kottas) mit 1l Wasser aufkochen lassen. Abseihen und gleichmässig in die Kopfhaut einmassieren (Kann auch mit Guarkernmehl verdickt werden, da sich das Gel leichter verteilen und anwenden lässt) kurz einwirken lassen und ausspülen. Eher geeignet für: trockenes Haar 
  • Shampoo light für den soften Umstieg. Dabei werden sie Haare mit verdünntem Shampoo gewaschen. Dafür 1/2-1TL Shampoo mit 250ml Wasser in einer alten Shampooflasche mischen, schütteln und den Schaum für die Haarwäsche verwenden. Im Laufe der Zeit verdünnt man immer weniger Shampoo. Wichtig: verwendet dabei nur Shampoos die rein pflanzliche Tenside wie z.B. Kokosglucosid enthalten, da diese milder (und biologisch abbaubar) sind. (Vgl. konventionelle Tenside wie Sodium Laureth Sulfat und Sodium Lauryl Sulfat) Eher geeignet für: fettiges Haar
  • nur mit Wasser waschen (Water Only/ WO) unter der Dusche wird mit sehr warmen Wasser und mit Hilfe der Finger der Talg von den Haaren gelöst. Eher geeignet für: trockenes, lockiges Haar
  • Gar nicht waschen (Sebum Only/ SO)
    Wird oft mit „Water only“ kombiniert. Der Talg (Sebum) wird durch regelmäßiges Bürsten und mit Hilfe der Finger in die Haarspitzen gezogen. Die körpereigene Talg-Produktion soll sich so mit der Zeit von selbst regulieren. Eher geeignet für: trockenes Haar
Bei allen Varianten gilt: es wird immer nur die Kopfhaut gewaschen um die Längen nicht auszulaugen. Bei Ausspülen werden die Längen auch so automatisch sanft mitgereinigt.


Zusätze
Ich varriere die Haarwäsche je nach Bedarf am Liebsten mit pflegenden Zusätzen. Diese können in Form von Pflanzenpulver, ätherischen Ölen oder auch als kalter Tee bei nahezu allen Reingungsvarianten individuell je nach Pflegewunsch beigefügt werden. Viele Zutaten dafür finden sich im Küchenschrank oder man bekommt sie einfach im Reformhaus, Bioladen oder in der Apotheke. z.B. auch von Sonnentor oder Kottas
  • Brennnessel (fettiges Haar, Haarausfall)
  • Rosmarin (fettiges Haar)
  • Salbei (fettiges Haar, Achtung bei hellen Haaren- leichter Rotton)
  • Kamille (v.a. blondes, trockenes Haar, Schuppen, entzündungshemmend
  • Melisse (fettiges Haar)
  • Minze (fettiges Haar, Schuppen)
  • Ringelblume (trockenes Haar, Schuppen, entzündungshemmend)
  • Lavendel (fettiges Haar)
  • Klettenwurzel (Haarausfall, Schuppen, entzündungshemmend)
  • Birkenblätter (Haarausfall, Schuppen)
  • Algenpulver(feuchtigkeitsspendend) 
  • neutrales Henna (fettiges Haar, Achtung bei hellen Haaren- leichter Rotton) 
  • Kaffeesatz (Haarausfall)
  • Indische Pflanzen: Amla, Rheeta, Tulsi, Shikakai (z.b. von Khadi)

    Man kann natürlich auch experimentieren mit z.B. Kaffee, Bier, Kräuterwein, Kokoswasser, Kokosmilch, Milchdrinks, Aloe Vera, Avocadomus, Hydrolaten, Reiswasser,… Nicht Veganer können ihre Pflege natürlich auch mit Honig oder einem Ei ergänzen. In weiterer Folge lassen sich mit diesen Zutaten auch tolle Haarmasken zaubern.





„100 Bürstenstriche pro Tag!“
Das war auch unseren Großmüttern schon bekannt: „100 Bürstenstriche pro Tag!“ lautet(e) die goldene Regel. Ohne Bürsten wird No Poo nämlich nix.
Staub und Schweiß werden so nämlich täglich zwischen den Haarwäschen einfach ausgebürstet.
Intensives Bürsten (in alle Richtungen um die Haarmuskeln zu kitzeln) regt außerdem die Durchblutung und Versorgung der Kopfhaut an, fördert somit Haarwachstum und verteilt den pflegenden Talg in die Längen um diese vor dem Austrocknen zu schützen. Zusätzlich wird die Schuppenschicht der Haare geglättet. Wichtig ist dabei die Wahl der Waffen: Nicht Veganer schwören dabei auf eine Wildschweinborsten Bürste (da ähnliche Struktur wie das menschliche Haar, damit lässt sich der Talg optimal verteilen) ähnlich gut für Veganer sind pflanzliche Fasern wie z.B. Sisal 

Darauf ist bei einer guten Bürste zu achten:
  • versetzte, nicht zu eng stehende Borsten
  • ergonomischer Griff für guten Druck auf die Kopfhaut
  • leichte Wölbung des Bürstenkörpers (passt sich so der Kopfform besser an)
  • harte Borsten (je dicker die Haare umso härter die Borsten)
  • wasserabweisendes, schnell trocknendes Holz (z.B. Birne)

Die Bürste sollte nach jeder Anwendung mit einem kleinen Bürstenreiniger sowie ab und zu (ich mache es am Tag der Haarwäsche) mit warmen Wasser oder etwas milder Seife gereinigt werden, damit man nicht wieder den daran haftenden Talg und Schmutz zurück ins Haar bürstet. Meine Bürste ist nach der Wäsche gleich wieder einsatzbereit, ansonsten mit den Borsten nach unten auf einem Handtuch trocknen lassen.


Zusätzlich und um Knoten zu Entwirren verwende ich eine Bürste mit Holz Noppen von DM sowie einen grobzinkigen Holzkamm von Kostkamm.

Zwischen den Haarwäschen ist natürlich auch etwas Kreativität in puncto Frisuren gefragt und ich trage dann am Liebsten einen Dutt oder einen geflochtenen Zopf.
Fettigen Haaransatz (oder Pony) kann man zwischen den Haarwäschen auch mit Mais- oder Kartoffelstärke kaschieren. Für dunkles Haar verwendet man am besten entöltes Kakaopulver. Dafür etwas Pulver am Ansatz auftragen, mit den Fingern einmassieren und anschließend gut ausschütteln und ausbürsten. Ich verwende zum Auftragen einen kleinen Puderzuckerstreuer. Alternativ: Trockenshampoo von Alverde

Die Rinse
Bei der Haarwäsche wird die äußere Schuppenschicht der Haare sozusagen „aufgemacht“ und kann dadurch rauh und stumpf wirken. Um die Schuppenschickt wieder „zuzumachen“ verwendet man eine Rinse (=Spülung) die die Haare wieder glänzen lässt.
Dafür eignen sich… 
  • Kaltes, klares Wasser nicht zu kalkhaltig, dann lieber Mineralwasser verwenden  
  • Saure Rinse mit Essig oder Zitronensaft/Säure die den PH Wert nach basischen Wäschen ausgleicht. Damit werden sogar eventuelle Tensid- oder bei längerer Anwendung sogar Silikon Rückstände entfernt. Was aber gleichzeitig auch bedeutet, dass Farbe mitgezogen wird. Zitrone ist eher für hellere Haartypen geeignet da leicht bleichend. Anwendung: 1 EL naturtrüben Apfelessig (Alnatura oder Ja natürlich) oder frischen Zitronensaft mit ca. 1l kaltem Wasser in einer Plastikflasche mischen. Diese Menge reicht bei mir für ca. 2-3 Haarwäschen. (Zitronensäure: 1 gestrichener TL) Nach der Haarwäsche auf der Kopfhaut und in den Längen verteilen. Nicht ausspülen. Gibt Glanz und sorgt für gute Kämmbarkeit. Kann bei Bedarf auch zwischendurch aufgesprüht werden. So paradox es klingt: ich nehme verdünnten Essigspray um Gerüche aus den Haaren zu entfernen. Essig ist nämlich ein Geruchskiller und sobald die Haare trocken sind verfliegt auch der Geruch. Ich finde eine Essigrinse hilft auch, dass Haare Gerüche weniger annehmen.  
  • Kräuter Rinse aus den unter "Zusätze" weiter oben genannten Kräutern je nach Bedarf 1-2 EL mit 1l heißem Wasser überbrühen und kalt werden lassen. Ich mische diese Mischung gerne mit 1 EL Apfelessig als 2in1 Rinse. Oder ich verwende den Tee um meine Haarreinigung oder Haarmaske anzurühren. Nachteil: Kräuterrinsen müssen gleich angewendet werden und halten max. 2 Tage im Kühlschrank.


    Pflegeöle
    Bei sehr langen Haaren ist es natürlich recht schwierig den Talg wirklich bis in die Spitzen zu bürsten.
    Daher greifen ich hier gerne zu pflegenden Ölen:
    • Kokosöl (sehr leicht und duftig, befeuchtet und sorgt für schönen Glanz)
    • Olivenöl (hilft trockene und spröde Haare zu "kitten" , sparsam anwenden)
    • Brokkolisamenöl (wird auch pflanzliches Silikon genannt, glättet rauhe Haarstruktur)
    • Sheabutter (verleiht den Haaren Glanz und versorgt trockenes Haar mit Feuchtigkeit)
    • Weizenkeimöl (verhindert Feuchtigkeitsverlust und repariert beschädigtes Haar)
    • Rizinusöl (direkt auf die Kopfhaut bei Haarausfall und besseres Wachstum)
    • Klettenwurzelöl (direkt auf die Kopfhaut bei Schuppen oder Entzündungen)
    Am liebsten verwende ich das Öl direkt auf den nassen Haaren nach der Wäsche.

    Nicht neu aber wichtig!
    Seid nett zu euren Haaren: schnürt sie nicht mit Gummis ein und verzichtet auf (zuviel) Hitze in Form von Föhn oder Glätteisen. Sie danken es euch und sind einfach natürlich schön ;)


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    Montag, 23. Mai 2016

    Kräuter- Dudla für heiße Sommertage

    Gestern hat es sich schon richtig nach Sommer angefühlt und für Tage wie diesen habe ich letztes Jahr ein einfaches aber geniales Erfrischungsgetränk für mich entdeckt: selbstgemachter Kräuter Dudla
    Die dafür benötigten Kräuter können variieren. Für mich persönlich sind aber der Geschmack von den Wiesenkräutern Giersch, Gundermann und Schafgarbe die beste Kombi, abgesehen davon, dass meine 3 Kräuterfreunde bei mir im Garten wachsen und somit immer frisch verfügbar sind. Wer einen Garten hat wird bestimmt auch bei sich fündig (sofern man die Wildkräuter sicher bestimmen kann!), sonst können natürlich auch aromatische Küchenkräuter wie z. B. Minze, Melisse, Zitronenverbene, Lavendel, Salbei,... verwendet werden.

    Innere Werte:
    • 1l naturtrüber Apfelsaft
    • 10 Stängel Giersch
    • 10 Stängel Gundermann
    • 10 Stängel Schafgarbe
    • je ein Stängel Minze, Melisse und/oder Zitronenverbene
    • 3 Scheiben Zitrone
    • Saft einer halben Zitrone
    • 1,5l prickelndes Mineralwasser

    So wird´s gemacht:
    1. frische Kräuter zu einem Büscherl binden
    2. Kräuter mit den Fingern etwas anquetschen
    3. Apfelsaft zusammen mit Zitronensaft in einen Krug füllen
    4. Zitronenscheiben und Kräuter zugeben
    5. über Nacht ziehen lassen
    6. vor dem Servieren mit Mineralwasser aufspritzen und genießen!




    Wer Giersch, Gundermann und Schafgarbe näher kennenlernen möchte: am So.03.07. gibt es noch eine letzte Kräuterwanderung vor meiner Sommerpause (Wanderung am 28.05. ausgebucht)

    Mittwoch, 27. April 2016

    Husch, husch in den Wald! Letzter Aufruf für die Bärlauch Jäger!

    Husch, husch ab in den Wald bevor die Bärlauch Saison endgültig vorbei ist!
    Die Blätter sind nur noch vereinzelt in überzeugender Qualität zu finden (vor der Blüte sind sie am besten, auf Nordhängen hat man teilweise noch Glück). Dafür sind die Wälder derzeit ein einziges weißes Bärlauchblüten Meer, das schon von weitem nach Knofl riecht. Dazwischen versteckt sich noch eine weitere Wald Delikatesse, nämlich die noch geschlossenen Bärlauch Knospen.




    Über meine Bärlauch Liebe habe ich hier auf meinem Blog schon mehrmals geschrieben, die Ideen in der Küche gehen mir während der ganzen Pflück Saison nie aus. Heuer möchte ich euch mein Rezept für Bärlauch Kapern vorstellen.

    Die Knobelig-sauren Bärlauch Kapern kann man als Anti Pasti, in Salaten, aufs Brot oder auch in Suppen und Eintöpfen genießen. Überall dort, wo ein knobeliges, deftiges Aroma gewünscht ist.

    Ihr benötigt für ca. 10 Gläser (Größe ca. 150-200ml) folgende Zutaten:
    • ca. 1kg geschlossene Bärlauch Knospen ohne Stiel
    • 500ml Essig (ich nehme immer weißen oder roten Balsamico)
    • 1 gehäufter EL Zucker
    • 1 EL Salz
    • 1 kleines Lorbeerblatt pro Glas
    • 5-10 Pfefferkörner pro Glas saubere, heiß ausgewaschene Schraubgläser



    Zubereitung
    1. Essig, Zucker und Salz ganz kurz in einem Topf aufkochen
    2. Bärlauchknospen zusammen mit Lorbeerblatt und Pfefferkörner in Schraubgläser schichten
    3. mit dem warmen Essig aufgießen, dabei darauf achten, dass alle Knospen bedeckt sind und möglichst wenig Luft eingeschlossen ist. Gläser fest verschließen.
    4. Die Kapern können nach mind. 1 Monat "Reifung" gegessen werden, am besten schmecken sie aber nach ca. 6 Monaten oder noch später. (Haltbarkeit geschlossen ca. 2 Jahre)




    Wer es noch nicht probiert hat: auch die geöffneten weißen Bärlauch- Blüten schmecken pur toll aufs Butterbrot oder über den Salat! (Küssen ist nachher aber nicht mehr, gell!)
    Ich mag vor allem diesen anfangs süßen und dann den scharf würzigen Geschmack der Blüten.
    Wenn ich wieder einmal zuviel gepflückt habe, wandern die Blüten mit ihren schönen eleganten Stielen bei mir auch schon mal in die Vase als hübsche Deko oder noch besser ins (weiße) Einmachglas um Essig oder Öl zu aromatisieren. Ich persönlich verwende die Blüten lieber als die Blätter um mir ein Bärlauch Öl oder Bärlauch Essig herzustellen.
    Als Faustregel gilt hier: je nach Größe des Einmachglases ca. 1/3 mit den Blüten füllen und je nach Wunsch mit Essig oder Öl (ich bevorzuge Apfelessig bzw. weißen Balsamico oder Sonnenblumen bzw. Olivenöl) aufgießen. Dabei darauf achten, dass möglichst wenig Luft im Glas ist.

    Den Essig könnt ihr dann gleich verschließen und ans Fenster stellen. Ich bevorzuge dabei die Sonne als Auszugshilfe, manche mögen das nicht so, die stellen es einfach irgendwo in der Küche hin wo Platz ist. Wichtig ist: jeden Tag einmal sanft schütteln. Nach ca. 3 Wochen ist euer aromatisierter Essig fertig. Man kann das ganze dann filtern und in eine dunkle Flasche abfüllen oder die Blüten auch gleich drinnen lassen.

    Beim Öl geht ihr ähnlich vor, wichtig ist dabei aber, dass ihr drauf achtet, dass keine Feuchtigkeit im Glas eingeschlossen ist und nichts schimmelt oder gärt. Daher lasse ich meine angesetzten Öle immer 2-3 Tage "ausdampfen" indem ich die Gläser nicht gleich verschließe, sondern zuerst nur mit einem Küchentuch (mit Gummiringerl fixiert) abdecke und erst nach den 2-3 Tagen fest verschließe. Auch hier immer wieder schütteln. Je nach Intensitätswunsch könnt ihr das Ganze 3-6 Wochen ziehen lassen und dann abfiltern und in eine dunkle Flasche abfüllen. Ein bisschen Geduld brauchen wir also noch, bis wir diese beiden Leckereien dann genießen können!

    Ich wünsche euch gutes Gelingen und eine schöne Ernte bei eurem nächsten Waldbesuch!