FAQ  Berufsbild

 

 

Was ist ein Visagist?

Visagistik ist der allgemeine Begriff für das Auftragen von dekorativer Kosmetik und gehört zur Sparte der Kosmetiker.

Der Visagist verfügt meistens über Grundkenntnisse der Hautpflege und ist in der Lage ein typgerechtes Makeup zu

erstellen sowie den Farbtyp zu erkennen.

Der Visagist hat meist sonst keine speziellen Kenntnisse über den Einsatz von Makeup im professionellen Bereich

oder im Umgang mit Haare, Nägel, etc. sollte aber auch hier zum allgemeinen Verständnis über ein Grundwissen verfügen.

Das Basiswissen kann in wenigen Tagen erlernt werden, meist in Kursen aber auch im Rahmen eine Friseur- oder Kosmetiklehre.

Ständige Fortbildung in diesem Bereich ist unbedingt notwenig.

Einsatzgebiete: Kosmetik und Friseursalons, Parfümerien, Promotion, Kosmetikfirmen, Privatkunden, Schulungen

 

Was ist ein Make up Artist?

Make-up Artist ist eine junge Berufsbezeichnung die sich aufgrund der gesellschaftlichen und medialen Entwicklung der

letzten Jahrzehnte aus dem Maskenbildner entwickelt hat und gehört ebenfalls zur Sparte der Kosmetiker. Make up Artists sind Muti Talente

und arbeiten meist im professionellen Bereich. Sie haben ein breites Wissen an Visagistik, fundierte Kenntnisse über Haut, Nägel, Haar,

Farbenlehre, Lichtverhältnisse sowie Bodypainting und sind in der Lage Masken zu erstellen. Die Ausbildungen dafür werden meist über

private Schulen angeboten. Diese sind meist sehr intensiv und können in der Regel mehrere Wochen bis Monate dauern, ständige Fortbildung ist auch hier nötig. Eine zusätzliche Lehre im Bereich Friseur oder Kosmetik bringt viele Vorteile.

Einsatzgebiete: wie Visagist zusätzlich je nach Können: Foto, Film, TV, Event, Show, Werbung, Theater, SFX

 

Was ist ein Maskenbildner?

Ursprünglich gab es den „Theaterfriseur“ daraus entwickelte sich mit Entstehung des Films später der Maskenbildner. Dieser

ist nicht nur im Umgang mit Haaren und Makeup geschult sondern ist auch in der Lage Masken, Perücken und Haarteile zu erstellen.

Deshalb wird für diesen Beruf nach wie vor eine Friseurlehre empfohlen. Früher wurde dieser Beruf am Theater gelehrt,

jetzt geht der Trend dahin neben einer Friseurlehre und einer Make up Artist Ausbildung zusätzlich spezielle Kurse im Bereich Maske

zu absolvieren. Die Ausbildung kann daher mehrere Jahre dauern, ständige Fortbildung ist notwenig.

Einsatzgebiete: wie Makeup Artist aber vor allem im Bereich Film, TV, Theater, SFX

 

Wo arbeiten Visagisten/MUA?

Je nach Ausbildung und Können in den oben genannten Bereichen. Meist arbeitet man in mehreren Bereichen gleichzeitig,

man findet in der Regel aber schnell heraus wo man sich am wohlsten fühlt und seine Fähigkeiten voll zum Einsatz bringen kann.

  

Wie sieht die Situation am Arbeitsmarkt in diesem Bereich ein? 
Generell nicht besser oder schlechter als in anderen Berufen. Viele machen allerdings eine Ausbildung mit falschen Vorstellungen und scheitern
dann recht schnell. Man muss sich aber darüber bewusst sein, dass man sich oft jahrelang seinen Platz in der Branche verdienen muss.
Anfangs arbeitet man für kein oder wenig Geld um Erfahrung zu sammeln und Kontakte zu knüpfen.
Persönlicher Ehrgeiz ist daher das Um und Auf um regelmäßig Jobs zu bekommen. 
 
Kann man als Visagist /MUA auch angestellt werden?
Angestellt werden kann man bei TV Sendern, Theatern sowie in Parfümerien, Beautysalons oder bei Kosmetikkonzernen. 
Viele Visagisten arbeiten auch für Agenturen wo sie zwar nicht angestellt werden aber trotzdem regelmäßig Jobs vermittelt bekommen, und dann
von ihrer Gage einen prozentuellen Anteil an die Agentur abgeben.
 
Wie sehen die Arbeitszeiten aus?

Geregelte Arbeitszeiten gibt es nicht. Viele Jobs finden am Wochenende, am Abend oder in der Nacht statt. Oft starten

Jobs schon in der Morgendämmerung. Ein Job kann 1 Stunde aber in Extremfällen auch über 12 Stunden dauern. Pausen sind nicht immer möglich und man muss damit rechnen, dass zum geplanten Produktionsende nicht immer Schluss ist. Man arbeitet an verschiedenen Orten, für einige Jobs muss man auch verreisen, sei es innerhalb Österreichs oder International, Flexibilität ist daher eine Grundvoraussetzung.

 

Wieviel Gage bekommt man?

Das ist immer abhängig von der genauen Tätigkeit, von den Einsatzzeiten, der Erfahrung, von der Regelmäßigkeit eines Jobs, die Kampagne 
oder Firma die dahinter steht, ob angestellt oder nicht etc.
Die Preisgestaltung liegt oft im Eigenen ermessen, bei langfristigen Engagements ist sie aber oft geregelt.
 
In den ersten Jahren arbeitet man für wenig oder gar kein Geld.
Wenig bedeutet dass man Tagespauschalen von 50- 150.- bekommt oder oft einfach nur eine namentliche Erwähnung oder Fotoabzüge.
In dieser Zeit arbeiten die meisten Visagisten als Assistenten, Praktikanten oder auch "alleine" bei kleinen Produktionen um Erfahrung zu sammeln.
 
Nach einigen Jahren sind Tagespauschalen von 250-500.- üblich. Natürlich können diese auch höher sein, diese Gagen erreichen 
aber nur die Besten.
 

Man darf auch nicht vergessen dass man einen Teil dieses Geldes auch wieder in den Beruf investieren muss!

 

Wie sieht der Arbeitsalltag aus?

Sofern man nicht irgendwo angestellt ist oder ein fixes Engagement bei Theater/ Film hat kann von Alltag nicht die Rede sein. Jeder Tag bringt neue Herausforderungen und augrund der vielen Einsatzmöglichkeiten gibt es nicht viel Routine. Man kann an einem Tag mehrere Jobs haben, oder es kann tagelang wieder sehr ruhig zugehen. Natürlich gibt es auch saisonbedingt manchmal mehr oder weniger zu tun, das kommt aber darauf an in welchen Bereichen man arbeitet.

 

In der Praxis ist es oft so dass man bei einem Job nicht immer nur für Make up und Haare zuständig ist sondern auch -wenn kein eigener Stylist vor Ort ist- für das Styling. Oft hilft man ganz einfach auch am Set ein bisschen mit, oder bringt sich auch in anderen Bereichen mit Ideen ein. Man hat mit vielen verschiedenen Menschen zu tun und arbeitet immer an anderen Orten.

 

Die Arbeit ist nicht nur mit der Erfüllung eines Job selber getan, man braucht auch eine gewisse Vor- und Nachbereitungszeit.

Das beginnt mit Bearbeitung der Anfragen, Kosten- und Zeitkalkulation, Materialkalkulation. Lesen von Konzepten, Plänen, Drehbüchern etc.

Oft muss Material zusätzlich besorgt/ausgeborgt werden, der Arbeitskoffer muss gepackt werden, eventuell müssen Entwürfe gezeichnet oder ausgesucht werden, es gibt Vorbesprechungen etc.

Nach einem Job muss natürlich alles wieder gesäubert werden um bereit für den nächsten Einsatz zu sein der nicht selten noch am selben Tag folgt. Ausgeborgte Gegenstände müssen retourniert werden. Arbeitsmaterial muss ständig erneuert, ergänzt und instand gehalten werden.

 

Natürlich darf man auch die Arbeit im Hintergrund nicht vergessen. Buchhaltung, Steuer müssen erledigt werden, man benötigt Versicherungen etc. Zusätzlich ist natürlich auch die Werbung ein wichtiger Punkt um den man sich kümmern muss um Erfolg zu haben.

 

Was ist das schöne an diesem Beruf?

Das ist zwar relativ, doch die schönen Seiten dieses Berufes sind sicherlich der direkte Umgang mit Menschen, die Kreativität die 
man ausleben kann, die Umsetzung von Ideen und natürlich das End- Ergebnis. Ein strahlendes Gesicht oder auch eine gelungene 
Maske nach stundenlanger Arbeit sind oft der schönste Dank.
Jeder Job ist einzigartig und neu, man trifft viele interessante Menschen und arbeitet oft an außergewöhnlichen Orten.
Man steht nie still sondern kann sich ständig entwickeln und dazulernen. Viele sehen auch den Aspekt der Selbstständigkeit sehr positiv.